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"SchaWi" singt!
Was könnte die Kirchenmitglieder nicht besser mobilisieren und die Einwohner der acht Dörfer stärker zusammenbringen als einheimischer Chorgesang?
Anlässlich der «Langen Nacht der Kirchen» am 23. Mai 2025 organisierte die Kirchgemeinde Schafmatt-Wisenberg drei Chorkonzerte:
- Gemischter Chor Anwil (Leitung Stephan Imhof)
- Gemischter Chor Rünenberg (Leitung
Philippe Steinmetz)
Die Chöre traten zunächst einzeln und parallel mit Kurzprogrammen in
den Kirchen von Rothenfluh respektive Kilchberg auf und fanden sich dann später
am Abend zum gemeinsamen Singen in der Kirche von Oltingen ein.
Insgesamt hörten sich ca.
160 Besucherinnen und Besucher die Konzerte an.
Geboten wurde ein abwechslungsreicher Strauss von Liedern der Folklore, Klassik, Romantik,
kirchlichen Ursprungs bis hin zu Spirituals, notabene in Englisch.
Den
Höhepunkt bildete das Konzert in Oltingen, welches sowohl «das
Gebet an die Macht der Liebe» (von Bortnianski), wie auch drei Ausschnitte aus
Schuberts «Deutscher Messe» beinhaltete:
Das mächtige Gloria «Ehre sei Gott in
der Höhe» und das ergreifende Sanctus «Heilig, heilig ist der Herr» erzeugten
Gänsehaut. Ganz aus dem Häuschen geriet das Publikum dann beim
Orgel-Zwischenspiel von Philipp Steinmetz, der mit Händen und Füssen die
dorische Toccata in d-moll BWV 538 von Johann Sebastian Bach hinzauberte.
Als ob die Begeisterung der Zuhörenden nicht schon gross genug war, entlockten die 43 Sängerinnen und Sänger dem Publikum mit dem überwältigenden «Tollite hostias, et adorate Dominum» (Bringet Geschenke und betet an den Herrn) aus dem Weihnachtoratorium von Camille Saint-Saëns regelrechte Applausstürme und Bravorufe. Zu Recht wurde das kurze Stück wiederholt.
Ein Zuhörer aus Rothenfluh meinte nach dem Konzert: «Von so einem Anlass der Kirche hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht mal zu träumen gewagt». Und es motiviere ihn, der Kirchgemeinde treu zu bleiben.
Festgottesdienst 26. Januar 2025
Anlässlich des Festgottesdienstes am Sonntagmorgen, 26. Januar wurden dem SchaWi- «Täufling» von Kirchenrätin Cornelia Hof – in ihrer Funktion als «Gotte» – die lebenswichtigen Gaben überreicht, in Form von süssen Trauben und gekeltertem Saft in einer Weinflasche. In seiner eindrücklichen Predigt verglich Pfarrer Andreas Marti den Aufbruch der neuen Kirchgemeinde mit der damaligen Fahrt der Jünger mit Jesus im Boot über den See Genezareth ans andere Ufer im aufkommenden Sturm. Es seien wohl schon manche Stürme zu überwinden gewesen während dem Fusionsprozess und manches «Gschtürm» werde wahrscheinlich auch beim Zusammenwachsen der neuen Kirchgemeinde vorkommen. Wie auf dem See Genezareth würden sich solche Stürme sicherlich auch im Oberbaselbiet wieder legen.
Der Kirchgemeindepräsident Ueli Gisi verglich die Entwicklung der neuen Gemeinde mit einem frisch gepflanzten Bäumlein, das bei guter Pflege einmal gute Früchte tragen werde. Er dankte in seiner Rede den Mitgliedern des ehemaligen Steuerungsausschusses und der Pfarrwahlkommission, die wesentliche Vorarbeit beim Zustandekommen der neuen Organisation geleistet hätten.
Pfarrer Rainer Grabowski sprach die Gebete und Pfarrerin Gabriella Schneider segnete die Mitglieder der neuen Kirchenpflege ein (siehe Bild); sie überbrachte zum Schluss den Segen auch an alle Anwesenden. Zum feierlichen Gottesdienst trugen besonders die wunderbaren Musikstücke von Organistin Erzsèbet Achim und Ilona Kocsis-Näf an der Querflöte bei. Während den verschiedenen Beiträgen huschte ab und zu ein verstohlenes Strahlen über das Gesicht mancher Anwesender, sogar applaudiert wurde während dem Gottesdienst. Es sei alles wie aus einem Guss gewesen, meinte eine Besucherin; eine runde Sache und ein gelungener Anfang sei dieser Gottesdienst gewesen, kommentierte ein anderer.
Angeregt diskutierend traf man sich danach in der Pfarrscheune zum reichhaltigen Apéro. Inhaltlich verstand man sich blendend, akustisch im Gewusel eher weniger, trotzdem schwenkte man manch alten Zopf mit perlendem Wein hinunter und genoss umso mehr den neuen, leckeren Zopf, mit oder ohne Speck und Salami. Wo dann das SchaWi-Bäumlein einmal gepflanzt werden wird, blieb ein sorgfältig gehütetes Geheimnis.

Gründungsgottesdienst Kirchgemeinde Schafmatt-Wisenberg
Pfarrer Christian Bühler eröffnete den Gründungs-Gottesdienst mit den Worten: "Wer sich nicht unterkriegen lässt, wird von mir vom Baum des Lebens in Gottes Garten essen bekommen. An sieben Gemeinden gingen die sogenannten Sendschreiben des Johannes in der Offenbarung. Leider schrieb er nicht von acht Gemeinden, sonst hätte es noch besser gepasst. Aber im Jahr 100 nach Christus hatte Kienberg noch keinen Pastorationsvertrag mit Rothenfluh. Aber seien wir grosszügig, es wird der Baum des Lebens erwähnt und dies ist bekanntlich der 'Chirsibaum'. Dieser Baum ist doch das verbindende Element von all unseren Kirchgemeinden die heute hier zusammen kommen."
Über den manchmal beschwerlichen Weg zur Kirchgemeindefusion sagt Pfarrer Bühler: "Wenn du Kirschen pflückst, musst du hoch hinauf. Denn oben sind die schönsten Früchte." Dies lässt sich gut mit der Kirchenfusion vergleichen. Man wollte hoch hinaus, denn ganz oben angekommen, können alle von den Früchten unseres Tuns profitieren.